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Allergietest beim Hund: Hauttest, Bluttest oder Speicheltest – was leistet welcher?

vor 4 Tagen
10 Min. Lesezeit

Ein Hund, der sich ständig kratzt, die Pfoten beknabbert oder immer wieder entzündete Ohren hat, leidet nicht selten an einer Allergie. Viele Halterinnen und Halter wünschen sich dann vor allem eines: einen Allergietest beim Hund, der den Auslöser schwarz auf weiß benennt.


Allergietest beim Hund

Drei Verfahren kommen dafür infrage: der Hauttest in der Tierarztpraxis, der Bluttest im Labor und der Speicheltest für zu Hause. Sie unterscheiden sich im Ablauf, im Aufwand und vor allem darin, was sie überhaupt messen können. Und keiner von ihnen beantwortet allein die Frage, ob ein Hund allergisch ist. Warum das so ist und wann welcher Test sinnvoll ist, erklärt dieser Ratgeber.



Was ist eine Allergie beim Hund?


Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem übermäßig auf einen eigentlich harmlosen Stoff. Diesen Auslöser nennt man Allergen: Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen, Hautschuppen anderer Tiere, Flohspeichel oder Bestandteile des Futters. Laut Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) zählen Allergien zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in der Kleintierpraxis. Die ersten Symptome zeigen sich oft im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren.


Woran man eine Allergie erkennt


Beim Hund äußern sich Allergien vor allem über die Haut:

  • Haut und Ohren: anhaltender Juckreiz, gerötete oder entzündete Haut, wiederkehrende Ohrentzündungen, ständiges Belecken der Pfoten. Zu den häufigsten Formen gehören die Flohspeichelallergie, bei der schon ein einziger Stich starken Juckreiz auslösen kann, und die atopische Dermatitis, eine erblich mitbedingte, juckende Hautentzündung, die meist durch Umweltallergene ausgelöst wird.

  • Augen: Eine allergische Bindehautentzündung zählt zu den häufigsten Begleiterscheinungen der atopischen Dermatitis und wird oft übersehen.

  • Atemwege: Niesen oder Nasenausfluss sind möglich, stehen beim Hund aber selten im Vordergrund. Allergisches Asthma beschreiben Fachlabore vor allem bei Katzen.

  • Verdauung: Durchfall, Erbrechen, weicher Kot oder häufiger Kotabsatz sprechen eher für eine Reaktion auf das Futter.


Allergie oder Unverträglichkeit?


Die beiden Begriffe werden oft verwechselt. Bei einer Futtermittelallergie ist das Immunsystem beteiligt: Es bildet Antikörper, also Abwehrstoffe, die sich gegen ein bestimmtes Eiweiß richten. Bei Allergien vom Soforttyp ist das vor allem die Antikörperklasse IgE (Immunglobulin E). Eine Futtermittelunverträglichkeit dagegen läuft ohne Beteiligung des Immunsystems ab. Für Ihren Hund können sich beide ähnlich anfühlen, für die Wahl des Tests ist der Unterschied entscheidend.


Übrigens: Die Neigung zur atopischen Dermatitis ist zwar genetisch mitbedingt, ein Allergietest liest aber kein Erbgut. Er misst Hautreaktionen oder Antikörper. Was sich tatsächlich aus der DNA eines Hundes ablesen lässt, etwa seine Rassezusammensetzung, zeigen DNA-Tests für Hunde.


Warum ein Allergietest die Diagnose nicht ersetzt


Eine Allergie zu managen ist Geduldsarbeit. Den Auslöser zu meiden wäre die einfachste Lösung, doch dafür muss man ihn erst kennen, und das gelingt nicht immer. Ein Test allein reicht dafür nicht aus.


Das International Committee on Allergic Diseases of Animals (ICADA), ein internationales Gremium veterinärmedizinischer Allergieexperten, hat 2015 in der Fachzeitschrift BMC Veterinary Research Leitlinien zur Diagnose der atopischen Dermatitis beim Hund veröffentlicht. Ihre Kernaussage: Die Diagnose stellt der Tierarzt anhand von Vorgeschichte, klinischem Bild und dem Ausschluss anderer Ursachen. Haut- und Bluttests eignen sich nicht als Suchtests. Sie kommen erst danach zum Einsatz, um die verantwortlichen Allergene für eine Hyposensibilisierung (allergenspezifische Immuntherapie) zu bestimmen.


Erst ausschließen, dann testen


Vor jedem Allergietest steht die sogenannte Ausschlussdiagnostik. Der Tierarzt prüft unter anderem:

  • Flöhe: Flohkamm, konsequente Flohbehandlung aller Tiere im Haushalt.

  • Milben und andere Parasiten: Hautgeschabsel, Haarproben, Ohrabstriche. Räudemilben (Sarcoptes) können in Allergietests sogar mit Hausstaubmilben kreuzreagieren und so ein falsches Bild erzeugen.

  • Haut- und Hefepilzinfektionen: Bakterien (Staphylococcus pseudintermedius) und Hefen (Malassezia) verstärken den Juckreiz und werden zuerst behandelt.


Ein Allergietest ist laut den Leitlinien vor allem dann gerechtfertigt, wenn die Symptome stark sind, mehr als drei Monate im Jahr anhalten oder sich mit Medikamenten nicht ausreichend kontrollieren lassen.


Futtermittelallergie: Die Ausschlussdiät bleibt der Goldstandard


Für Futtermittelallergien gibt es derzeit keinen verlässlichen kommerziellen Labortest. Das einzige anerkannte Verfahren ist die Ausschlussdiät mit anschließender Provokation: Der Hund bekommt ausschließlich ein Futter mit einer Eiweißquelle, die er noch nie gefressen hat, oder mit hydrolysiertem Eiweiß, das so stark aufgespalten ist, dass das Immunsystem es kaum noch erkennt.


Wie lange das dauert, hat eine Auswertung von Thierry Olivry, Ralf S. Mueller und Pascal Prélaud aus dem Jahr 2015 untersucht: Nach acht Wochen strikter Diät waren über 90 % der futtermittelallergischen Hunde und Katzen beschwerdefrei. Kehren die Symptome nach der Rückkehr zum alten Futter zurück, ist die Allergie bestätigt.


Die häufigsten Auslöser sind Rind, Milchprodukte, Huhn und Weizen, seltener Soja, Lamm, Schwein, Fisch und Mais. Die Diät scheitert oft an Kleinigkeiten: Leckerlis, Kauknochen, aromatisierte Tabletten oder Krümel vom Küchenboden genügen. Auch das Labor Laboklin in Bad Kissingen empfiehlt in seinen Unterlagen genau diese Reihenfolge: andere Ursachen ausschließen, acht Wochen Ausschlussdiät mit Provokation und erst danach einen Allergietest auf Umweltallergene.


Der Intrakutantest: Allergietest direkt in der Haut


Beim Intrakutantest (kurz IDT, vom englischen intradermal test) spritzt der Tierarzt winzige Mengen verschiedener Allergenextrakte in die Haut, nicht darunter. Reagiert das Immunsystem auf einen Stoff, setzen bestimmte Abwehrzellen der Haut, die Mastzellen, Botenstoffe frei. An der Einstichstelle entsteht eine kleine, gerötete Quaddel.

Unter Tierdermatologen gilt der Intrakutantest als bevorzugte Methode. Er dient vor allem dazu, Allergien gegen Umweltallergene aufzuspüren, die über die Luft oder die


Umgebung an den Hund gelangen:

  • Hausstaub- und Vorratsmilben

  • Pollen von Gräsern, Bäumen und Kräutern

  • Schimmelpilze

  • Hautschuppen anderer Tiere


Welche Allergene getestet werden, hängt vom Wohnort ab, denn vor allem die Pollen unterscheiden sich von Region zu Region. Die Zahl ist dabei deutlich größer als oft angenommen: In einer Studie von Patrick Hensel und Kollegen wurden 59 Allergene bei 269 Hunden mit atopischer Dermatitis getestet.


Der Intrakutantest: Allergietest direkt in der Haut

So läuft der Hauttest ab


  1. Beruhigung: Der Hund erhält in der Regel ein Beruhigungsmittel, damit er während der vielen Einstiche ruhig liegt. Nicht jedes Präparat ist geeignet: Wirkstoffe wie Acepromazin, Ketamin mit Diazepam oder Morphin können das Ergebnis verfälschen, Xylazin oder Medetomidin dagegen nicht.

  2. Vorbereitung: Ein Fellstück an der seitlichen Brustwand wird vorsichtig geschoren, die Einstichstellen werden im Abstand von mindestens 2 cm markiert.

  3. Injektion: Pro Allergen werden 0,05 bis 0,1 ml gespritzt. Dazu kommen zwei Kontrollen: Histamin als Positivkontrolle, die immer eine Quaddel auslöst, und Kochsalzlösung als Negativkontrolle.

  4. Ablesen: Nach 15 bis 20 Minuten vergleicht der Tierarzt jede Reaktion mit den beiden Kontrollen. Als positiv gilt eine Quaddel, deren Größe mindestens in der Mitte zwischen Negativ- und Positivkontrolle liegt.


Stärken und Grenzen


Der große Vorteil: Das Ergebnis liegt noch am selben Termin vor. Dafür braucht der Test Erfahrung. Die Leitlinien empfehlen ausdrücklich, für Durchführung und Deutung an einen Tierarzt mit dermatologischem Schwerpunkt zu überweisen. In Deutschland vergeben die Landestierärztekammern dafür die Zusatzbezeichnung „Dermatologie beim Kleintier“.


Ein unauffälliges Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass keine Allergie vorliegt. Schätzungsweise 10 bis 30 % der Hunde mit gesicherter atopischer Dermatitis reagieren im Intrakutantest negativ. Gründe sind etwa Medikamente, zu niedrig dosierte Allergene oder ein Test, der zu lange nach der Pollensaison stattfindet. Für Futtermittelallergien taugt der Hauttest nicht: Er erkennt nur 10 bis 33 % der betroffenen Hunde.


Der Bluttest: Antikörpersuche im Labor


Beim Bluttest sucht ein Labor im Blutserum, dem flüssigen, zellfreien Teil des Blutes, nach allergenspezifischem IgE. Gemeint sind IgE-Antikörper, die sich gegen ein bestimmtes Allergen richten, etwa gegen Gräserpollen oder Hausstaubmilben. Fachleute sprechen von Serologie oder einem Serum-Allergietest. Getestet wird meist ein ganzes Panel aus Pollen, Schimmelpilzen, Milben und Tierhautschuppen.


So läuft der Bluttest ab


Der Tierarzt entnimmt Blut, beim Hund meist aus einer Vene am Vorderbein oder aus der Drosselvene am Hals. Ist die Vene schlecht zu sehen, wird die Stelle kurz geschoren. Die meisten Hunde lassen das wach über sich ergehen, nur sehr gestresste Tiere brauchen eine leichte Sedierung. Ein kurzer Druckverband stoppt danach die Blutung.


Die Probe geht an ein spezialisiertes Labor, das den Befund an die Praxis schickt. Mit der Laborärztin oder dem Laborarzt haben Sie keinen direkten Kontakt. Das Ergebnis liegt deshalb nicht sofort vor, sondern erst nach der Auswertung. Für manche Tests genügt wenig Material: Laboklin etwa verlangt für seinen Pet Allergy Xplorer nur 0,5 ml Serum.


Dieser neuere Test bestimmt IgE nicht gegen ganze Allergenextrakte, sondern gegen einzelne Allergenkomponenten.


Was für den Bluttest spricht


Die ICADA-Leitlinien nennen mehrere Vorteile gegenüber dem Hauttest:

  • keine Narkose oder Sedierung nötig

  • nur ein Einstich statt Dutzender Injektionen

  • kein großflächiges Scheren, weniger Zeitaufwand

  • viele Medikamente stören das Ergebnis weniger


Interessant für die Praxis: Ob eine Hyposensibilisierung auf Basis eines Blut- oder eines Hauttests zusammengestellt wird, macht beim Behandlungserfolg laut Studienlage keinen wesentlichen Unterschied.


Wo der Bluttest an seine Grenzen stößt


Der Test misst nur die im Blut zirkulierenden IgE-Antikörper. Andere Wege, über die eine Allergie entstehen kann, erfasst er nicht. Vor allem aber fällt er oft auch bei Hunden positiv aus, die gar nicht allergisch sind. Ein erhöhter Wert beweist also noch keine Allergie, er zeigt nur, dass der Hund mit dem Stoff in Kontakt war und Antikörper gebildet hat. Fachleute sprechen von einer Sensibilisierung.


Hinzu kommt: Die Tests sind nicht standardisiert. Eine US-Studie fand 2014 nur eine geringe Übereinstimmung zwischen vier kommerziellen Laboren, und auch Haut- und Bluttest stimmen untereinander oft schlecht überein. Ob Jahreszeit oder Alter das Ergebnis beim Hund beeinflussen, ist bislang nicht gut untersucht.


Für Futtermittelallergien ist der Bluttest nicht geeignet. Eine systematische Auswertung von Ralf S. Mueller (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Thierry Olivry kam 2017 zu dem Schluss, dass Serumtests auf futterspezifisches IgE und IgG schlecht reproduzierbar sind und beim Hund eine stark schwankende Treffsicherheit haben.


Der Speicheltest: einfach, aber wissenschaftlich nicht belegt


Speicheltests werden direkt an Hundehalter verkauft. Die Anbieter versprechen, anhand einer Speichelprobe Antikörper nachzuweisen, die auf eine Unverträglichkeit oder Empfindlichkeit gegenüber Futterbestandteilen oder Umweltstoffen hinweisen sollen. Je nach Labor werden Antikörper der Klasse IgG oder IgA und IgM bestimmt. Die Panels sind umfangreich: Ein in Deutschland erhältlicher Test wirbt allein mit über 150 pflanzlichen Futterbestandteilen.


Das Ergebnis wird meist in Stufen ausgegeben:

  • starke Reaktion: positiv für den getesteten Stoff

  • leichte Reaktion: eine Reaktion ist messbar, liegt aber unter der Schwelle für ein positives Ergebnis

  • keine Reaktion: negativ für den getesteten Stoff


So funktioniert die Probenahme


Die Probe nehmen Sie selbst zu Hause, ohne Tierarzt und nach der Anleitung des Labors. Mit einem Mundtupfer oder einer kleinen Bürste reiben Sie etwa eine Minute lang an der Innenseite der Backe, bis der Tupferkopf gut mit Speichel getränkt ist. Ein Leckerli in Sichtweite regt den Speichelfluss an. Geben Sie es aber erst nach der Probenahme. Die Labore verlangen in der Regel, dass die Probe noch am selben Tag zurückgeschickt wird. Allgemeine Regeln dazu, wie Abstriche richtig verpackt und ins Labor geschickt werden, gelten auch für Tierproben. Vorrang hat aber immer die Anleitung des jeweiligen Labors.


Die Vorteile liegen auf der Hand: kein Einstich, kein Tierarzttermin, keine Sedierung, und meist ist der Test günstiger als eine Untersuchung in der Praxis.


Was Studien über Speicheltests sagen


Schon begrifflich passt einiges nicht zusammen: Eine Unverträglichkeit ist per Definition eine Reaktion ohne Beteiligung des Immunsystems. Ein Test, der Antikörper misst, kann sie streng genommen gar nicht erfassen. Auch die Studienlage fällt deutlich aus:

  • München, 2019: Ein Team um Laura Udraite Vovk und Ralf S. Mueller von der Ludwig-Maximilians-Universität verglich einen Speicheltest auf futterspezifisches IgA und IgM mit den Ergebnissen echter Futterprovokationen. Allergische und gesunde Hunde hatten ungefähr gleich viele positive Reaktionen. Fazit der Autoren: Der Test ist zur Diagnose nicht zuverlässig.

  • Tufts University, 2019: Bei 30 gesunden Hunden ohne jede Allergie lieferten derselbe Speicheltest und zwei Bluttests für jeden einzelnen Hund mindestens einen positiven Befund.

  • Kunstfell und Wasser, 2019: Zwei Studien schickten Haar- und Speichelproben allergischer und gesunder Tiere ein, dazu Fell von Stofftieren und Wasser beziehungsweise Kochsalzlösung. Die Labore meldeten auch für die künstlichen Proben „Allergien“. Die Ergebnisse waren nicht reproduzierbar und nicht besser als der Zufall.


Wer das Futter aufgrund eines solchen Befunds umstellt, streicht womöglich Zutaten, die der Hund gut verträgt, und übersieht den eigentlichen Auslöser. Einen Speicheltest als Ersatz für die Ausschlussdiät gibt es nach heutigem Wissensstand nicht.

Der Speicheltest: einfach, aber wissenschaftlich nicht belegt

Welcher Allergietest passt zu Ihrem Hund?


Für Umweltallergien kommen Haut- und Bluttest infrage, für Futtermittelallergien keiner der drei Tests. Die Unterschiede auf einen Blick:

Kriterium

Intrakutantest

Bluttest (Serum-IgE)

Speicheltest

Wo?

Tierarztpraxis, oft mit dermatologischem Schwerpunkt

Tierarztpraxis, Auswertung im Labor

zu Hause, Auswertung im Labor

Sedierung

in der Regel ja

meist nein

nein

Ergebnis

nach 15–20 Minuten

nach der Laborauswertung

nach der Laborauswertung

Einfluss von Medikamenten

groß, Absetzfristen nötig

gering

keine Angaben

Anerkannt für

Umweltallergene, Auswahl der Allergene für eine Hyposensibilisierung

Umweltallergene, Auswahl der Allergene für eine Hyposensibilisierung

in Studien nicht zuverlässig

Futtermittelallergie

ungeeignet

ungeeignet

ungeeignet


Diese Faktoren entscheiden mit


Welcher der beiden anerkannten Tests im Einzelfall sinnvoller ist, hängt von mehreren Punkten ab:

  • Zustand der Haut: Für den Hauttest braucht es eine ausreichend große, möglichst unauffällige Hautfläche an der Brustwand.

  • Allgemeiner Gesundheitszustand: Ist eine Sedierung riskant, spricht das für den Bluttest.

  • Medikamente: Lassen sich juckreizstillende Mittel nicht vorübergehend absetzen, ist der Bluttest meist die praktikablere Wahl.

  • Jahreszeit: Liegt die Pollensaison mehr als 60 Tage zurück oder ist sie gerade auf dem Höhepunkt, kann der Hauttest falsch negativ ausfallen.

  • Rasse: Einige Rassen neigen stärker zu allergischen Hauterkrankungen, und das Beschwerdebild unterscheidet sich je nach Rasse. Das fließt in die Gesamtbeurteilung ein.


Haut- und Bluttest können sich ergänzen, ihre Ergebnisse decken sich aber oft nicht. Entscheidend ist, dass der Tierarzt sie mit der Vorgeschichte und dem Umfeld des Hundes abgleicht. Eine positive Reaktion zählt nur, wenn der Hund dem Allergen im Alltag auch wirklich ausgesetzt ist.


Vor dem Test: Medikamente nur nach Rücksprache absetzen


Viele allergische Hunde bekommen bereits Mittel gegen den Juckreiz. Einige davon dämpfen die Hautreaktion so stark, dass der Hauttest falsch negativ ausfällt. Setzen Sie trotzdem nie eigenmächtig ein Medikament ab: Wann und wie lange pausiert wird, entscheidet der Tierarzt. Lässt sich ein Mittel nicht absetzen, ist es oft besser, das Ende der Behandlung abzuwarten oder auf den Bluttest auszuweichen.


Als Orientierung dienen die evidenzbasierten Absetzfristen, die Thierry Olivry und Manolis Saridomichelakis 2013 im Auftrag des ICADA veröffentlicht haben:

Wirkstoff

vor dem Hauttest

vor dem Bluttest

Antihistaminika

7 Tage

wahrscheinlich nicht nötig

Kortison als Tablette (kurz wirksam)

14 Tage

keine

Kortison als Depotspritze (lang wirksam)

mindestens 28 Tage

unter 28 Tage

Kortison auf der Haut oder im Ohr

14 Tage

keine

Ciclosporin

wahrscheinlich nicht nötig

keine


Für die neueren Wirkstoffe Oclacitinib und Lokivetmab hält Olivry nach einer Auswertung von 2020 keine Pause vor Haut- oder Bluttest für nötig. Die Fristen sind Richtwerte: Dosis, Behandlungsdauer und Präparat können im Einzelfall längere Pausen erfordern.


Allergietest beim Hund: Ihr Fahrplan in vier Schritten


Der schnellste Weg zum Auslöser führt nicht über den erstbesten Test, sondern über die richtige Reihenfolge:

  1. Tierarzt aufsuchen: Flöhe, Milben und Hautinfektionen ausschließen lassen. Notieren Sie vorher, wann der Juckreiz auftritt, wo am Körper und was Ihr Hund frisst. Die Vorgeschichte ist für die Diagnose ebenso wichtig wie jeder Test.

  2. Futter prüfen: Bei ganzjährigem Juckreiz oder Verdauungsbeschwerden folgt eine strikte Ausschlussdiät über mindestens acht Wochen.

  3. Gezielt testen: Steht die Diagnose atopische Dermatitis und sind die Beschwerden stark oder langwierig, helfen Haut- oder Bluttest, die Allergene für eine Hyposensibilisierung auszuwählen.

  4. Befund besprechen: Deuten Sie einen Laborbericht nicht auf eigene Faust. Nur der Tierarzt kann ihn mit dem Gesamtbild abgleichen.


Einen Speicheltest sollten Sie nicht zur Grundlage für eine Futterumstellung machen. In den bisher veröffentlichten unabhängigen Studien konnte er allergische nicht von gesunden Hunden unterscheiden.


Häufige Fragen zum Allergietest beim Hund


Ist eine Allergie beim Hund heilbar?

Die atopische Dermatitis gilt derzeit als nicht heilbar, lässt sich aber meist gut kontrollieren. Der Bundesverband für Tiergesundheit empfiehlt dafür eine Kombination aus Medikamenten gegen Juckreiz und Entzündung, dem Meiden bekannter Auslöser, Shampoos oder Sprays, Omega-3-Fettsäuren und regelmäßiger Hautpflege. Bei der Hyposensibilisierung bekommt der Hund über längere Zeit regelmäßig die Allergene verabreicht, auf die er im Test reagiert hat, damit sein Immunsystem weniger heftig reagiert. Schlägt sie an, wird sie laut Laboklin in der Regel dauerhaft fortgeführt.


Kann ein älterer Hund noch eine Allergie entwickeln?

Ja. Die ersten Anzeichen zeigen sich zwar häufig zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr, Allergien können aber vom Welpen- bis ins Seniorenalter neu auftreten. Treten Juckreiz oder Hautprobleme bei einem älteren Hund erstmals auf, sollte der Tierarzt deshalb auch andere Ursachen besonders sorgfältig prüfen.


Reicht ein hypoallergenes Futter aus dem Handel für die Ausschlussdiät?

Nicht immer. Viele frei verkäufliche und sogar manche tierärztliche Diätfutter enthalten Spuren anderer Zutaten. Hydrolysierte Diäten basieren meist auf Huhn oder Soja, was für Hunde mit einer Allergie gegen genau diese Eiweiße zum Problem werden kann. Auch exotische Eiweißquellen wie Pferd, Kaninchen oder Wild stecken inzwischen in vielen Fertigfuttern. Bessert sich der Hund mit einem Fertigfutter nicht, empfehlen die ICADA-Leitlinien einen zweiten Versuch mit selbst gekochter Diät.


Darf ein Hund mit Allergie in die Zucht?

Besser nicht. Die Veranlagung zur atopischen Dermatitis ist genetisch mitbedingt und kann an die Nachkommen weitergegeben werden. Laboklin empfiehlt in seinem Ratgeber für Hundehalter, betroffene Tiere von der Zucht auszuschließen.

 
 
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